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Pfeil 15.06.2007 15:00

 

 

 
  VBU-Kooperationspreis für neuartige Ansätze zur Immuntherapie
   

Gewinner des erstmals von der VBU vergebenen VBU-Kooperationspreis sind die CureVac GmbH in Tübingen und das NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut der Universität Tübingen am Standort Reutlingen. Damit zeichnet die VBU eine beispielhaft erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung und Industrie aus, auf deren Grundlage sich neue Möglichkeiten zur Erforschung der Immuntherapie zur Bekämpfung von Krebs eröffnen können.
Durch die ausgezeichnete, äußerst erfolgreiche Kooperation, mit dem NMI Reutlingen konnte sich das vormals kleine biotechnologische Start-up-Unternehmen CureVac, das im Jahre 2000 aus der Universität Tübingen ausgegründet wurde, zum integrierten pharmazeutischen Unternehmen, welches an innovativen Ansätzen forscht und die Produkte für die Forschung produziert, entwickeln.

VBU-Preisverleihung




















 

Auf dem Bild sind von links nach rechts folgende Personen zu sehen:

  -  Franz-Josef Schäfer, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse KölnBonn
     und Vertreter der BioPartners Cologne
  -  Dr. Peter Stoll, NMI - Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut
     der Universität Tübingen (Kooperationspreis)
  -  Dr. Florian von der Mülbe, CureVac GmbH (Kooperationspreis)
  -  Yvonne Genzel, MPI Madgeburg (Posterpreis)
  -  Jennifer Rice, Dow Agro Sciences (Posterpreis)
  -  Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, 
      Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen
  -  Dr. Ulrich Behrendt, Vorstandsvorsitzender der VBU

CureVac arbeitet seit längerem an einem immuntherapeutischen Ansatz gegen Krebs auf der Basis von messenger RNA (mRNA). Bislang galt langkettige mRNA als das instabilste biologische Molekül überhaupt, welches kaum in größeren Mengen und selbst in Forschungsqualität nur unter erschwerten Umständen produziert werden konnte und somit therapeutisch schwer nutzbar erschien. Durch das Projekt wurde es weltweit erstmals möglich, langkettige RNA (mRNA) in solcher Qualität und Menge zu produzieren, dass diese in der Klinik weitergehend erforscht werden kann.
Im Gegensatz zu etablierten DNA-Therapie-Entwicklungen („Gentherapie“) bietet RNA eine entscheidend erhöhte Sicherheit und ein umfassenderes Wirkprinzip. Um wirksam zu sein, wurde mRNA von CureVac stabilisiert (RNActive®); so wird die notwendige Zeitspanne gewonnen, um das Immunsystem zu aktivieren, die mRNA bleibt aber noch so instabil, dass sie innerhalb kürzester Zeit vollständig abgebaut wird.

Um das Therapeutikum der stabilisierten RNA entwickeln und klinisch erforschen zu können, mussten neben einer neuartigen, robusten biotechnologischen GMP-gerechten Produktion von langkettiger mRNA für therapeutische Zwecke auch validierte Analyseverfahren entwickelt werden, für die es aufgrund der Neuartigkeit des Produkts keinerlei konkrete Vorgaben zur Analytik von RNA-basierten Wirkstoffen gab. Die eng verzahnte Entwicklung von Prozess und Analyse waren eine Herausforderung für beide Kooperationspartner, wobei jeder für sich eine solche Aufgabe nicht hätte leisten können. Gefördert wurde dieses sehr innovative Vorhaben durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Biotechnologie Baden-Württemberg“.

Beide Kooperationspartner konnten große Vorteile aus der gemeinsamen Forschungsarbeit ziehen und durch die ausgewiesenen Ergebnisse ein Alleinstellungsmerkmal am Markt entwickeln. Aber auch auf die Beschäftigungssituation wirkte sich u. a. diese Kooperation positiv aus: CureVac konnte die Zahl der Beschäftigten von 15 - zu Beginn der Kooperation - auf momentan 38 Mitarbeiter ausweiten. Mit einer Erhöhung der Nachfrage hinsichtlich weiterer Kooperationen und einer weiteren Ausweitung der Ressourcen ist bei beiden Partnern zu rechnen.
Der VBU-Kooperationspreis wurde als Auszeichnung gestiftet für herausragende innovative Produkte, Verfahren und Methoden aus dem Bereich der Life Sciences, die in Kooperationsprojekten von Unternehmen (insbesondere KMU) mit wissenschaftlich-technischen Forschungseinrichtungen entwickelt worden sind. Als Bewertungskriterien zählen u.a. Nutzen und Relevanz für das Unternehmen, Umsetzbarkeit des Kooperationsergebnisses und Innovationsgehalt.
Neben einer Urkunde und dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro beinhaltet der Preis einen kostenlosen Ausstellungsstand zur Präsentation auf der BioPerspectives 2007 vom 31. Mai bis 1. Juni 2007 in Köln. Die Preisübergabe erfolgte dort am 31. Mai durch den Vorsitzenden der VBU Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen, Dr. Ulrich Behrendt und den Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Professor Andreas Pinkwart.

   
   
    Bewertung 
   

Die eingereichten Anträge für den VBU-Kooperationspreis wurden von einer fachkundigen Jury bewertet. Die Jury traff unter Ausschluß des Rechtsweges die Auswahl der Gewinner. Mitglieder der Jury sind:

Vertreter aus Unternehmen der Großindustrie mit Biotech-Aktivitäten

  • Prof. Bernhard Hauer, BASF AG, Ludwigshafen
  • Dr. Wieland Wolf, Rentschler Biotechnologie GmbH, Laupheim

Vertreter von kleinen und mittelgroßen Biotechnologie-Unternehmen
  • Dr. Uwe Marx, ProBioGen AG, Berlin
  • Dr. Joachim Schorr, Qiagen GmbH, Hilden

Vertreter aus den Forschungseinrichtungen
  • Prof. Rudi Balling, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig
  • Prof. Herwig Brunner, FhI für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik, Stuttgart

Vertreter aus dem VBU-Vorstand
  • Dr. Ulrich Behrendt, Roche Diagnostics GmbH, Penzberg
  • Prof. Christine Lang, OrganoBalance GmbH, Berlin

   
    Auswahlkriterien 
   

Die eingereichten Anträge werden von den Jurymitgliedern nach folgenden Kriterien bewertet:

  • Nutzen und Relevanz für das Unternehmen
  • Umsetzbarkeit des Kooperationsergebnisses
  • Innovationsgehalt des neuentwickelten bzw. verbesserten Verfahrens oder Produkts
  • Qualität der Kooperation
   
    Weitere Informationen
   

Dr. Andreas Scriba
Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU)
c/o DECHEMA e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0) 69-75 64 124
Fax: +49 (0) 69-75 64 169
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